Vor geraumer Zeit hatte ich mir für Star-Wars-Filme eine kleine Checkliste gebaut. Dieses Jahr hatte ich die Zeit, mir mal den Star-Wars-Film „Solo“ anzuschauen… und mit meiner Liste abzugleichen.

Der Inhalt

In „Solo“ geht es um die jüngeren Jahre von unserem Lieblings-Schmuggler Han Solo. Der Film zeigt uns, wie Han zum ersten Mal Chewbacca, Lando Calrissian und den Millenium Falcon trifft – und wie er zu dem Schmuggler wurde, den wir alle kennen.

Die Checkliste

Mit der Checkliste aus „Rouge One“ bewaffnet, schneidet der „Solo“-Film für mich wie folgt ab:

Charaktere

  • Interessante und einzigartige Charaktere mit Tiefgang, mit denen man mitfühlt
  • Spannende und/oder witzige Interaktion zwischen den Charakteren
  • Verzicht auf aufgepfropfte Romanzen oder Fehden

Ambiente

  • Technik im Stil der alten Filme – kein Hochglanz, kein High-Tech, sondern gutes altes LoFi-SciFi
  • Coole, charakteristische Fahrzeuge bzw. Raumschiffe, gerne auch etwas abgewetzt
  • Orte, an denen man sich zuhause fühlt, und nicht aus dem Prospekt kommen
  • Keine neuen Super-Raumschiffe, Super-Jedis, Super-Lichtschwerter oder Super-Bösewichter
  • Knuffige und/oder sehr fremdartige Aliens

Story

  • Eine Story, die auch ohne Star Wars im Hintergrund spannend oder interessant wäre
  • Ein logischer, spannender Handlungsablauf
  • Story twists und überraschende Wendepunkte
  • Verzicht auf Klamauk
  • Verzicht auf Fan Service wie z.B. in Form von ausgenudelten Lichtschwert-Kämpfen oder Speederbike-Verfolgungsjagden
  • …aber gerne augenzwinkernde Zitate
  • Angedeutete Querverbindungen für Kenner der Hintergrundgeschichte

Visuals

  • Massive Action inkl. Rückschläge mit größeren Auswirkungen
  • Großartige visuelle Effekte
  • Verzicht auf mies gerenderte CGI-Charaktere
  • Einzigartige Settings wie neue Planeten, Bauwerke

Soundtrack

  • Bombastischer Soundtrack…
  • …ohne übertriebenes Recycling von alten Soundtracks

Das Fazit

Für mich fühlt sich „Solo“ an wie ein Film, der ohne viel große Liebe geschrieben, aber mit viel Liebe produziert wurde. Es knallt und rummst sehr schön, es sind markige Zitate und tolle Musik dabei… aber die Story als solche lässt sich in einem Satz mit weniger als drei Kommata erzählen und würde ohne Star Wars im Hintergrund niemanden in die Kinos locken. Die zwei eingebauten Story-Twists sind so nebensächlich und gefühlt unwichtig, dass man bei jeder einzelnen Folge einer beliebigen Netflix-Serie mehr Aufregung bekommt.

Kurz vor Ende dachte ich tatsächlich, dass jetzt gleich die große Haupthandlung beginnt. Stattdessen stellen wir am Ende eines ohne Finesse auskommenden Raubüberfalls fest, dass der Film bereits zu Ende ist.

Bewertung: 2/5