Vor vielen Jahren haben Web-Entwickler <i>-, <b>- und <u>-Tags im HTML den Rücken gekehrt.

In der Anfangsphase von HTML waren Tags und Attribute sowohl für Inhalt als auch Styling zuständig waren. Mit dem Aufkommen von CSS, der Idee von semantischen Layout und Barrierefreiheit wurden Tags aussortiert, die nur für Styling zuständig waren. Und so wurden auch <i>, <b> und <u> mit HTML4 gestrichen, und waren ab dort deprecated bzw. personae non gratae.

Aber tatsächlich sind sie wieder da! In HTML5 wurden diese HTML-Tags mit neuer Bedeutung wieder eingeführt, und können wieder verwendet werden.

Elemente, die regulär gefettet dargestellt werden

Als Ersatz von <b> wurde <strong> propagiert. Tatsächlich haben aber weiterhin beide Tags ihre Relevanz. Das Mozilla Developer Network weiß das folgende über <strong> und <b> zu berichten:

The HTML Strong Importance Element (<strong>) indicates that its contents have strong importance, seriousness, or urgency.

MDN-Definition von <strong>

The HTML Bring Attention To element (<b>) is used to draw the reader's attention to the element's contents, which are not otherwise granted special importance.

MDN-Definition von <b>

Nach dieser Definition wird <strong> für Wörter verwendet, die man bei Aussprache besonders betonen würde. <b> dagegen empfiehlt sich z.B. für die Hervorhebung von wichtigen Begriffen in einem Text.

Elemente, die regulär kursiv dargestellt werden

Für <i> sollte vor geraumer Zeit nur noch <em> verwendet werden. Aber auch hier hat sich ein Wandel vollzogen. Das Mozilla Developer Network hat folgende Information <em> und <i> parat:

The HTML <em> element marks text that has stress emphasis.

MDN-Definition von <em>

The HTML <i> element represents a range of text that is set off from the normal text for some reason. Some examples include technical terms, foreign language phrases, or fictional character thoughts.

MDN-Definition von <i>

Dementsprechend wird <em> für Wörter verwendet, die bei Aussprache besonders betont werden würden. Mit <i> dagegen würden spezielle Begriffe und Wörter aus dem Text herausgehoben werden.

Und sogar unterstrichene Elemente

Selbst das verpönte <u> hat eine Wiederauferstehung erlebt:

The HTML Unarticulated Annotation Element (<u>) represents a span of inline text which should be rendered in a way that indicates that it has a non-textual annotation.

MDN-Definition von <u>

…wobei im Beispiel von MDN die rote Unterkringelung von falsch geschriebenen Wörtern aufgeführt wird.

Die Verwendung von <i> und <b> in Markdown

In Markdown wird mit _Wort_ bzw. *Wort* immer ein <em>Wort</em>, mit __Wort__ bzw. **Wort** immer ein <strong>Wort</strong> erzeugt. Um <i> und <b> in Markdown zu erzeugen gibt es keine Symbole.

Dafür erlaubt Markdown aber die Verwendung von HTML-Tags! Wenn in Markdown also <b>Wort</b> eingegeben wird, wird auch <b>Wort</b> ausgegeben. Demzufolge ist dies hier ein valider Markdown-Text:

Hier kommt ein _kursives Wort_, gefolgt von einem *kursiven Wort*, beide mit `<em>` geschrieben.

Hier kommt ein __gefettetes Wort__, gefolgt von einem **gefetteten Wort**, beide mit `<strong>` geschrieben.

Hier dagegen kommt ein <i>kursives Wort</i>, mit `<i>` geschrieben.

Und hier kommt ein <b>gefettetes Wort</b>, mit `<b>` geschrieben.

Fazit

Viele von HTML-Entwicklern als Dogmen verstandene Leitsätze müssen immer wieder überprüft werden. Genau so wie die Vorstellung falsch ist, dass <table>- und <div>-Tags oder id-Attribute nicht verwenden werden dürften, ist die Verwendung von <i>, <b> und <u> im richtigen Kontext nicht nur erlaubt, sondern tatsächlich eine sehr gute Idee.