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Defender Cobra M5 - Der Monster-Joystick

Mein treuer Logitech Extreme 3D Pro hat nach langem, zuverlässigen Dienst die Grätsche gemacht. Obwohl ich ihn sofort und unbesehen wieder anschaffen würde, musste ich meiner Neugier nachgeben und einen eher ungewöhnlichen Joystick testen: den russischen Defender Cobra M5.

Der Defender Cobra M5 ist ein Vier-Achsen-Joystick, d.h. neben den normalen zwei Achsen kann man ihn noch um die Hochachse verdrehen, und hat zusätzlich eine kleine Schubkontrolle. Die Steuerwege des Joysticks sind sehr lang, was vorteilhaft sein kann, wenn man sehr genau steuern möchte. Außerdem hat er sehr geringe Rückstellkräfte, so dass gerade Hubschrauberpiloten ihre Trimmung jetzt einfach aus der Hand machen können.

Die geringen Rückstellkräfte und das große Spiel ist für Umsteiger vom Logitech Extreme 3D Pro erst einmal ungewöhnlich. Dazu kommt, dass die Zentrierung so wenig Kraft hat, dass der M5 auch gerne leicht außerhalb der Ruhelage zu Stehen kommt. Das kann man i.d.R. durch eine großzügige Deadzone korrigieren – oder aber durch eine ruhige Hand am Stick.

Darüber hinaus ist noch ungewöhnlich, dass bei mir der Stick sich weiter bewegen lässt als er Messwerte liefert. So ist nach knapp 60% Steuerweg bereits 100% des Messwertes erreicht. Das verringert die Präzision gefühlt.

Der Joystick ist riesig: Die massive Basis (inklusive Löchern zum Verschrauben) machen es unmöglich, den Stick im Normalbetrieb zu verrutschen. Auch der Griff als solcher ist sehr groß, für meine Hand (mit einer Handspanne von 20 Zentimetern) ist das aber exakt die richtige Größe.

Was sehr für den Joystick spricht, ist die große Anzahl an Buttons, die aber sehr sinnig aufgeteilt sind. Denn auf dem Stick befindet sich ein 3-Wege-Schalter, mit denen man die meisten Buttons in einen zweiten und dritten Modus versetzen kann – und das ohne zusätzliche Treiber. Damit kann man z.B. einen Lande- und einen Kampfmodus am Joystick definieren, und hat in jedem Modus knapp 13 Buttons zur Verfügung. Da die zwei Trigger durch den Moduswechsel nicht beeinflusst werden, kommt man so auf die stattliche Anzahl von 23 Buttons und einen Coolie-Hat.

Das besondere ist der Trigger: Er hat zwei Stufen, und kann nach vorne weggeklappt und dadurch deaktiviert werden. Beim Eindrücken löst zuerst der erste Schalter aus, beim Durchziehen drückt man einen weiteren Schalter. Bei „Elite: Dangerous“ hatte ich aber bisher noch keine schlaue Idee, was ich mit diesem ungewöhnlichen Abzug machen könnte.

Dazu kommt noch ein Abzug für den kleinen Finger. Dieser kann auch weggeklappt werden, so dass er nicht im Weg ist – ansonsten könnt ihr an diesem Stick tatsächlich drei Finger gleichzeitig benutzen.

Ansonsten sind die Knöpfe auf dem Kopf des Sticks ein bisschen anstrengend zu erreichen, aber trotzdem noch gut zu bedienen. Wenn man den Daumen in der Ruhemulde parkt, ist es ein bisschen fummelig, ihn um den Kopf herum auf die eigentlichen Knöpfe zu legen – den Bewegungsablauf lernt man aber schnell.

Zusammen mit der CH Throttle ergibt sich so ein kampfkräftiges HOTAS-Gespann, für das ich auch gerne wieder ein Referenz- und Belegungsplan für den Defender Cobra M5 & die CH Throttle zur Verfügung stelle.

Fazit

Wenn ihr eine große Pranke habt, viele Knöpfe braucht, und sanfte Steuerwege haben wollt, seid ihr mit dem Defender Cobra M5 gut bedient. Wenn ihr auf eine gute Zentrierung angewiesen seid, oder normale Hände habt, solltet ihr vielleicht doch eher zum Logitech Extreme 3D Pro greifen.

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